Skulptur Fahrrad Leer

Durchs Rheiderland

Die erste Fahrradtour dieses Urlaubs führt mich durchs Rheiderland.

  • 62,6 km
  • 110 hm
  • 3h53
  • 66,5 km
  • 70 hm
  • 4h02
  • 67,0 km
  • 177 hm
  • 4h20

Die zusätzlichen Kilometer sind einem Abstecher zum „Bohrinsel“ – Aussichtspunkt am Dollard geschuldet.

Die größte Planänderung war allerdings die Änderung der Fahrtrichtung. Im Gegensatz zum Bohrinsel-Abstecher war diese jedoch nicht beabsichtigt. Etwas ungünstig ist es allerdings, dass Komoot mir so lange weiter Anweisungen gegeben hat, wie ich mich auf der Route befand. Erst als ich eine Abbiegung verpasst habe, kam eine Neuberechnung der Route, und Komoot ist aufgefallen, dass ich mich ja schon fast am Ende der Tour befand. Ich hätte ja erwartet, dass ich schon früher einen Hinweis von Komoot bekomme, wenn ich die Route falsch herum langfahre, aber da habe ich mich offensichtlich geirrt…

Hat aber nicht weiter geschadet, so hatte ich die interessanteren Zwischenstopps eben auf der zweiten Hälfte der Tour.

Die Ems entlang nach Holland

Zunächst ging es von Leer aus Richtung Süden, erst die Leda und dann die Ems entlang. Nett ist die Eisenbahnbrücke über die Leda, mit einer SEHR schmalen Spur für Fußgänger und Radfahrer. Hier passen kaum zwei Fußgänger aneinander vorbei, geschweige denn zwei Radler. Zum Glück ist hier wenig los und mir kam niemand entgegen.

In Weener trennte ich mich von der Ems, und fuhr nach einer kurzen Besichtigung des alten Hafens Richtung Westen, recht schnurgerade auf die niederländische Grenze zu. Eigentlich hatte ich nicht vor, die Grenze zu überqueren. Eigentlich wollte ich nur bis ans Wasser und zum „Kiekkaaste“ fahren. Aber den Abzweig zu diesem Aussichtspunkt ins Wattenmeer habe ich nicht sofort gefunden, stattdessen fand ich mich plötzlich im Ausland wieder. Der Abstecher nach Holland hat aber nur wenig Zeit gekostet und auf dem Rückweg habe ich dann auch den Weg zum Kiekkaaste gefunden.

Der Dollart

Zurück in Deutschland bin ich dann den Dollart entlang weiter nach Norden gefahren. Das ist eine große Bucht, die durch mehrere Meereseinbrüche entstanden ist. Von den etwa 30 untergegangenen Dörfern ahnt man jedoch nichts, wenn man am Ufer entlang radelt. Zu sehen ist nur das idyllische Naturschutzgebiet.

Diese Idylle hält sich bis etwa 2/3 der Strecke. Dort gibt es den Bohrinsel-Aussichtspunkt. Von hier aus sieht man allerdings keine Bohrinsel, sondern die Emsmündung. Inklusiver großer Pötte am Horizont und jede Menge Menschen die mit Auto, Motorrad, Roller oder Fahrrad hierherkommen. Um wirklich entspannt Pause zu machen, war es mir zu wenig Schatten und zu viel Trubel, also habe ich recht schnell meine Wegzehrung zu mir genommen und mich wieder aufs Rad geschwungen.

Ein Rückweg voller Pausen

Der Sonne entkommen bin ich dann in Ditzum, in (bzw. vor) der Schifferbörse. Hier gab es zwar nicht weniger Trubel, aber dafür Schatten und ein sehr erfrischendes alkoholfreies Pils. Ich hatte allerdings nicht mehr auf dem Schirm, dass es gleich in Hatzum (nur 4 km weiter) ein Melkhus gibt, sonst wäre ich das Stück noch weitergefahren um dort Pause zu machen.

Meiner Meinung nach sollte man jede Gelegenheit nutzen, ein Melkus zu besuchen. Also habe mir nur 10 Minuten später einfach eine zweite Pause gegönnt. Der Quark mit Beeren war ein Traum, und von den Gesichtsausdrücken der übrigen Gäste her zu urteilen, waren wohl auch die Torten und der Kaffee sehr gut.

Interessant war auch die Unterhaltung der beiden älteren Damen, mit denen ich mir einen der wenigen Tische geteilt habe. Sie planten im Detail ihre jeweiligen Beerdigungen und erörterten, wer was (oder was auch nicht) erben würde. Resultat der Überlegungen war der Beschluss, alles Geld jetzt einfach auszugeben um das Leben zu genießen – sollen die Erben doch ihr eigenes Geld verdienen. Durchaus nachvollziehbar und nachahmenswert, wie ich finde 🙂

Letzte Etappe

Von Hatzum aus ging es dann – mit einem kurzen Abstecher zur leider nicht geöffneten Jengumer Mühle – zurück nach Leer. Direkt neben der Emsbrücke präsentiert sich Leer übrigens mit der Fahrradskulptur „Balance“ von Jan Sielmann als radlerfreundliche Stadt. Gefällt mir!

Feierabend

Zurück im Hotel blieb mir nicht mehr viel Zeit um aus den verschwitzen Fahrradklamotten unter die Dusche und dann in was Bequemes zu schlüpfen, bevor das WM-Finale begann.

Wie erwartet, hatte ich im Anschluss wenig Lust nochmal nach Leer zu fahren, so dass ich heute das Hotelrestaurant getestet habe. Wir sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich hier esse. Der Abend klingt auf einer Gartenliege mit Blick auf den Ledaarm aus, noch ein alkoholfreies Bier neben mir und den Laptop auf dem Schoß…

Die Route

Da ich erstmal in die falsche Richtung gefahren bin und etwas Schwierigkeiten mit der Neuberechnung der Route hatte, gibt es zwei Komoot-Einträge.

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