Ruhetag auf Borkum

Nach drei Tourtagen war es Zeit für eine Pause. Heute blieb das Rad also in der Hotelgarage und es ging per Bahn und Fähre nach Borkum.

Da ich möglichst viel Zeit auf der Insel haben wollte, habe ich mir den Katamaran gegönnt, der zwar doppelt so teuer ist, aber dafür auch nur die halbe Zeit benötigt. Im Preis für die Anreise inbegriffen ist die Kleinbahn, die die Besucher vom Anleger in den Ort bringt. Hat was – trotz der Holzbänke. Oder gerade wegen der Holzbänke. Ich mag ja Holz 😀
Im Ort habe ich mich dann einfach treiben lassen, bin ohne Plan durch die Straßen gestromert und habe die Atmosphäre auf mich wirken lassen. Einige Häuser hier haben mit Walknochen umzäunte Gärten. Die Infotafeln daneben ordnen das in den historischen Kontext ein, aber es macht einfach wütend, wenn man so plastisch sieht, was die Menschheit den Walen angetan hat. Insbesondere wenn vorrangig herausgestellt wird, wie mutig und tapfer die Männer waren, die auf Walfang gefahren sind.
Abgesehen von diesem Wehrmutstropfen ist Borkum aber ganz hübsch. Dank Hochsaison war die Insel voller Touristen, hauptsächlich Senioren und Familien mit kleinen Kindern. Und irgendwie wirkten die meisten Leute gestresst. Trotz Urlaub. Von dieser Stimmung habe ich mich jedoch nicht anstecken lassen – ausgerüstet mit Keksen, Cola und meinem Ebook-Reader ging es nun an den Strand. Nachdem ich mir die Sonne zur Genüge auf den Kopf habe scheinen lassen, habe ich noch eine Runde durch den Ort gedreht, Pfannkuchen mit Sanddorncreme gegessen (leckerlecker), nicht den Leuchtturm bestiegen (10€ Aufpreis aufgrund der nicht vorhandenen Kurkarte waren mir zu heftig), ein paar Postkarten gekauft, und so den Tag verstreichen lassen…

Fähre nach Borkum
Fähre nach Borkum
Idyll
Idyll
Strandtag auf Borkum
Strandtag auf Borkum

Wenn der Rückweg das Highlight ist

Und dann kam das Highlight des Tages – der Rückflug. Ja – Flug! Der Ostfriesische Flugdienst betreibt eine Linienverbindung von Borkum nach Emden. Keine Frage, dass ich das mitnehme!
Zum Flugplatz kommt man mit dem Inselbus. Ungünstig ist es dabei, wenn die Haltestellen nicht angesagt werden, der Bus aber nur hält, wenn man auf Stop gedrück hat. Zum Glück gibt es nach dem Flugplatz nur zwei weitere Haltestellen und der Bus fährt die Strecke anschließend gleich wieder zurück. Und da ich ja ein kleiner Schisser bin, fahre ich immer mit reichlich Pufferzeit los. Es ist also alles gut gegangen und ich konnte sogar noch etwas um den Flugplatz herum stromern.
Neben mir gab es noch einen weiteren Passagier, damit war die Maschine dann auch zur Hälfte gefüllt.  Die Aussicht ist einfach klasse -insbesondere Hobbyfotografen sollten diese Gelegenheit nutzen. Da die Maschine nicht sehr hoch fliegt, kann man schöne Luftaufnahmen machen. Allerdings muss man sich dabei der Herausforderung stellen, den Propeller nicht mit aufs Bild zu bekommen… Nach einer Viertelstunde ist der Spaß dann leider auch schon wieder vorbei. Kurz und teuer, aber es hat sich gelohnt!

Unterwegs mit dem Ostfriesischen Flugdienst
Unterwegs mit dem Ostfriesischen Flugdienst
Küstenlinie
Küstenlinie
Ostfriesland von Oben
Ostfriesland von Oben

Der Flugplatz Emden liegt leider etwas außerhalb und ist nicht ans Öffi-Netz angebunden. Allerdings wurde ich schon in Borkum beim Einchecken gefragt, ob ich ein Taxi benötige, was dann auch direkt für mich bestellt wurde und am Flugplatz in Emden schon auf mich wartete. Apropos „Einchecken“: während wir mit dem Piloten Richtung Flugzeug gingen, fragte der zweite Passagier halblaut und etwas irritiert, was er jetzt noch mit seinem Ticket machen muss. Das wurde nämlich weder kontrolliert noch eingescannt (bei zwei Passagieren wohl auch eher nicht nötig). Kommentar des Piloten: „Das legen Sie jetzt in Ihre Erinnerungsbox.“

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